Mario Morgenthaler
04 Jan
04Jan

Nachfolgeprozesse werden in Verwaltungsräten meist sorgfältig vorbereitet.

Strukturen werden definiert, rechtliche Fragen geklärt, Governance-Modelle diskutiert. Und trotzdem geraten viele Unternehmen genau in dieser Phase unter Druck. Nicht, weil es an Kompetenz oder Engagement fehlt.

Sondern weil Nachfolge häufig als Projekt verstanden wird – und zu wenig als Phase erhöhter Führungsanforderung.

Nachfolge ist keine Übergabe, sondern eine sensible Zeitspanne

Eine Nachfolge ist kein einzelner Moment, sondern eine Phase erhöhter Unsicherheit.

Für Mitarbeitende, für Kunden, für die Geschäftsleitung und auch für den Verwaltungsrat selbst. In dieser Zeit wird genauer hingeschaut.

Entscheidungen werden vorsichtiger getroffen oder bewusst vertagt.

Rollen beginnen zu verschwimmen – insbesondere dort, wo Eigentum, VR-Mandate und operative Verantwortung eng miteinander verknüpft sind. Das operative Geschäft läuft weiter.

Aber oft weniger stabil, als es nach aussen wirkt.

Typische blinde Flecken in Nachfolgephasen

Aus Sicht vieler Verwaltungsräte stehen in Nachfolgeprozessen nachvollziehbar andere Themen im Vordergrund:

  • Vertragswerke
  • Eigentümerfragen
  • zukünftige Führungsmodelle

Was dabei häufig zu wenig Beachtung findet, ist die Führungssituation im Übergang. Drei Punkte zeigen sich immer wieder:1. Der CEO steht zwischen allen Erwartungen

Der bestehende oder neu eingesetzte CEO trägt operative Verantwortung, während strategische Fragen, Eigentümerinteressen und Zukunftsbilder parallel verhandelt werden.2. Governance wird formell sauber, aber operativ unscharf

Zuständigkeiten sind geregelt, Entscheidungslogiken aber nicht immer geklärt. Das führt zu Zurückhaltung statt Führung.3. Aufgeschobene Themen werden plötzlich kritisch

Entscheidungen, die lange tragbar waren, verlieren in der Nachfolgephase ihre Stabilität. Was früher toleriert wurde, wird nun zum Risiko. Diese Dynamiken sind nicht aussergewöhnlich.

Aber sie brauchen bewusste Begleitung.

Warum ein Interim Verwaltungsrat oder Beirat entlastet

In genau dieser Phase kann ein Interim Verwaltungsrat oder Beirat einen entscheidenden Beitrag leisten. Nicht als operative Führung.

Nicht als Ersatz für den CEO.

Sondern als erfahrener Sparringpartner im Gremium. Der Mehrwert liegt insbesondere in vier Punkten:

  • Stärkung des CEO, nicht dessen Umgehung
  • Einordnung von Themen aus operativer und strategischer Sicht
  • Klärung von Rollen und Entscheidungslogiken im VR
  • Entlastung des Gremiums durch Erfahrung aus vergleichbaren Situationen

Ein Interim VR oder Beirat bringt keine eigene Zukunftsagenda mit.

Er moderiert Spannungen, stellt die richtigen Fragen und hilft, Entscheidungen sauber vorzubereiten. Führung bleibt dort, wo sie hingehört: beim CEO.

Eine tragfähige Ausgangslage für die nächste Phase schaffen

Gerade für neue CEOs oder Nachfolger ist diese Konstellation entscheidend. Ein Unternehmen ist deutlich besser aufgestellt, wenn:

  • der CEO nicht allein gelassen wird
  • der Verwaltungsrat handlungsfähig bleibt
  • operative Stabilität und strategische Klärung parallel möglich sind

Nachfolge gelingt nicht durch Eingriffe in die Führung, sondern durch klare Unterstützung auf Augenhöhe.

Fazit

Nachfolgephasen sind keine rein formalen Prozesse.

Sie sind Zeiten, in denen Governance und Führung besonders sauber zusammenspielen müssen. Ein Interim Verwaltungsrat oder Beirat kann genau hier einen wirksamen Beitrag leisten.

Nicht führend, sondern ordnend.

Nicht operativ, sondern unterstützend. Bei AUTOMOTIVE EXPERTS begleiten wir Nachfolgeregelungen mit genau diesem Verständnis.

Als Sparringpartner für Verwaltungsräte und CEOs – dort, wo Führung nicht ersetzt, sondern gestärkt werden soll.

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